Urwald statt Plantage

Für unsere Obst-Plantage Fruticultura haben wir im Außenbereich der Stadt Porto ein Grundstück mit einer Fläche von etwa 3 ha erworben. Davon waren rund 10.000 m² bereits weitgehend gerodet, nur noch einzelne Bäume standen hier und viele Sträucher, die nach einer früheren Rodung als Pioniergewächse die freie Fläche neu besetzt haben. Landbewohner der Umgebung haben das verlassene Gelände auch genutzt, um hier etwas Maniok, Mais und Süßkartoffeln für den Eigenbedarf anzubauen.

Der hintere Bereich des Grundstückes, etwa 2/3 der Gesamtfläche, weist noch einen unberührten, fast undurchdringlichen Bewuchs auf. Hier wachsen an einem Berghang mächtige 200 Jahre alte Babaçu-Kokospalmen, in deren Unterholz neben verschiedenen Schlingpflanzen und vielfältigen Kleingehölzen auch der unscheinbare Jaborandi-Strauch gedeiht.

Die Blätter dieses kleinen Busches, der unserem Blaubeerstrauch ähnelt, sind ein wichtiger Rohstoff für die Gewinnung eines Arzneimittels zur Bekämpfung des Glaucoms (Grüner Star), einer im Alter auftretenden Augenkrankheit, die zu einer Einschränkung des Gesichtsfeldes bis hin zu einer völligen Erblindung führen kann. 

Dieser Jaborandi-Strauch wächst weltweit fast ausschließlich und in der besten Qualität nur auf den nahrhaften Böden der Babaçu-Wälder in der Umgebung von Porto und ist in seinem Vorkommen bereits stark reduziert. Die ärmeren Bewohner der Umgebung sammeln von August bis Oktover die kleinen Blätter dieser Heilpflanze für deutsche Pharma-Konzerne und verdienen sich damit etwa 6 Euro pro Tag.

Wir wollen diesen Grundstücksteil vor der Zerstörung bewahren und haben ihn unter Schutz gestellt. Die Fläche soll den Jugendlichen die Vielfalt der Natur aufzeigen und ihr Bewusstsein für die Achtung unserer natürlichen Lebens-grundlage schärfen.