Sonnenenergie für Fruticultura

Jahr für Jahr nimmt der weltweite Energieverbrauch zu. Besonders in Schwellenländern wie Brasilien sind Ressourcen gefragt, mit denen Maschinen betrieben werden können. Mit dem wachsenden Bewusstsein für die Endlichkeit von Öl und Erdgas steigen auch die Energiepreise. Für einen jungen Betrieb wie unsere Obstkooperative sind die Stromkosten schwer zu kalkulieren. Wird sich der Betrieb in drei Jahren selbst tragen können? Oder bleibt für die Jugendlichen am Ende nichts übrig, weil Kühlschränke und Wasserpumpen ihren Lohn auffressen?

Wir haben beschlossen, aus der Not eine Tugend zu machen. Unsere Partnerstadt Porto im Nordosten Brasiliens liegt in einer sonnenreichen Trockenzone. Zehn bis elf Monate im Jahr fällt kein Regen. Die geographische Lage ist mit 3° 53´ südlicher Breite sehr dicht am Äquator. Die Sonne steht Tag für Tag fast senkrecht über der Stadt. Perfekte Bedingungen also für eine Solaranlage. Unserer Umwelt ist es schließlich egal, wo die wertvolle Primärenergie eingespart wird.

Die Jugendlichen von Brasil09 führen in Porto Bürgermeister Manin (rechts vorne, im weißen Hemd) und seinem Vertreter Raimundo (links daneben) eine Mini-Solaranlage vor.
Aldo Queiroz findet das richtig gut.
Mit einer Solaranlage in Sorsum soll die Wartung der Anlagen in Porto finanziert werden.
Sonnensprosse e.V. unterstützt uns dabei.

Projektentwurf GlobalSolar:

  • Unsere Freunde in Porto standen der Idee der Sonnenenergienutzung zunächst skeptisch gegenüber. Deutschland, die USA und all die anderen Global Player hatten ihre wirtschaftliche Entwicklung schließlich auch dem Öl und anderen herkömmlichen Energiequellen zu verdanken. Wie sollte das anders funktionieren? Was passiert, wenn die Anlagen ausfallen oder abends die Sonne untergeht? Für uns war klar: Wir zwingen ihnen keine Photovoltaikmodule auf. Stattdessen brachten wir bei unserem Besuch im Sommer 2013 einen kleinen Solar-Baukasten mit. Unter anderem betrieben wir damit eine Mini-Wasserpumpe und erläuterten, wie die Anlage funktioniert. Wir konnten ihnen damit die Sorgen nehmen und Interesse für diese ökologische, kostenlose, nahezu unbegrenzte und somit nachhaltige Energieversorgung wecken. Auch der Bürgermeister von Porto war begeistert.
  • Zusammen mit den Brasilianern möchten wir dann Solaranlagen auf der Obstplantage und auf der „Casa das Frutas“ installieren. Für die Bewässerung der jungen Óbstbäume soll eine Solarpumpe täglich 10.000 Liter Wasser aus etwa 140 m Tiefe in einen Hochbehälter pumpen. Nachts, wenn die Verdunstung nicht so hoch ist, läuft das Wasser dann über Schwerkraft mittels Tröpfchenbewässerung zu den einzelnen Obstbäumen. Beide Anlagen sind Pilotprojekte für Piauí.
  • In Brasilien gibt es bislang noch keine staatliche Einspeisevergütung für Solarstrom wie in Deutschland. Unsere brasilianischen Partner sind aber in Verhandlungen mit dem Stromversorger und den politischen Stellen, damit wir die überschüssige Energie am Tag ins öffentliche Netz einspeisen können, um damit die Stromkosten für die Nacht decken zu können. Auch der Gouverneur des Bundesstaates hat uns bereits seine Unterstützung zugesagt.
  • Außerdem möchten wir zwei Jugendliche in Porto zu Solateuren ausbilden lassen, damit sie die Anlagen in Zukunft warten und darüberhinaus weitere Anlagen in Porto installieren können.
  • Nach der Anschaffung der Solarpanels sind die fortlaufenden Kosten, die von Stiftungen in der Regel nicht gefördert werden, gering. Allerdings müssen sie regelmäßig von einem Solar-Techniker gewartet werden. Um ihn zu bezahlen, haben wir auf dem Dach unserer Schule in Sorsum ebenfalls eine kleine Solaranlage installiert. Die Erträge aus dem Stromverkauf werden wir ausschließlich für die Wartung und Instandhaltung der Anlagen in Deutschland und Brasilien verwenden.
  • Und wenn die beiden Anlagen in Porto erst einmal funktionieren, dann wollen wir versuchen, auch private Grundstückseigentümer in der Stadt von der Idee der Solarenergie zu begeistern und sie bei der Installation unterstützen.

Im Wettbewerb „Eine Klasse besser“ wurde die Idee unserer Schüler-Solaranlage „SorsumSolar“ vom Verein Sonnensprosse e.V. mit 500 Euro prämiert. Children for a better world e.V. hat die Solaranlage auf unserer Plantage in Porto mit 2.500,- Euro aus dem Fonds Jugend hilft! unterstützt.

Das Projekt wurde auch als Modellprojekt im Ideenwettbewerb Heute@Morgen des Vereins Niedersächsischer Bildungsinitiativen VNB ausgezeichnet und wird gefördert aus Mitteln der BINGO! Umweltstiftung Niedersachsen und von Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst.