Unesco
Jugendliche von Brasil09 bei der Auszeichnung als UN-Dekade-Projekt 2009 in Kiel.
brasilianische und deutsche Jugendliche pflanzen gemeinsam einen Apfelbaum
Bürgermeister Meineke
Marcelo und Leona schenken Bürgermeister Meineke einen selbstgezogenen Apfelbaum.
Brasil09 Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeitsseminar in Sorsum
Brasil09 Moor
gemeinsam Naturräume erkunden

Brasil09 und die Nachhaltigkeit

Nachhaltig handeln heißt, dass niemand unter den sozialen, ökologischen und ökonomischen Folgen unseres Tuns leiden muss. Das ist für uns Jugendliche von Brasil09 ein Selbstverständnis: Wir sind so jung, dass wir selbst noch erleben werden, wie sich die Welt durch unser Tun verändert. Ganz gleich, ob es um Klimaerwärmung, Atommüll, Finanzspekulationen oder soziale Unterdrückung geht. 

Wirklich nachhaltig zu handeln ist schwierig. Häufig müssen wir dafür weit vorausschauen und sehr komplexe Zusammenhänge verstehen. Der chinesische Philosoph Laotse hat einmal gesagt: "Gibst du einem Mann einen Fisch, nährt er sich einmal. Lehrst du ihn das Fischen, nährt er sich sein ganzes Leben." 

Um eine nachhaltige Entwicklung zu garantieren, ist es damit jedoch noch nicht getan. Der Mann darf nicht mehr Fische fangen, als die Natur reproduzieren kann, damit das Ökosystem im Gleichgewicht bleibt. Und er darf seinen Wissensvorsprung nicht ausnutzen, in dem er ein großes Unternehmen aufbaut, Menschen zu niedrigen Löhnen einstellt und sie ausbeutet. 

Manchmal kommt es in unserer Projektarbeit zu Zielkonflikten. Zum Beispiel beim Aufbau einer Obstplantage in Porto. Für den Ausbildungsbetrieb, der sozial benachteiligten Jugendlichen ein erstes Einkommen ermöglichen soll, müssen wir Land urbar machen. Wir wollen die natürliche Vielfalt erhalten, aber ohne Eingriff in die Natur ist der Aufbau des Ausbildungsbetriebes nicht möglich. Durch Brasil09 lernen wir abzuwägen und Ausgleich zu schaffen.

Da unsere brasilianischen Freunde in einer ganz anderen Kultur und Region und unter anderen wirtschaftlichen Verhältnissen aufgewachsen sind, sehen wir viele Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln. Das hilft uns, unsere Ideen auf alle Aspekte der Nachhaltigkeit zu prüfen. Unsere Freundschaft ermöglicht gegenseitiges Vertrauen und den Mut, auch mal den Weg des anderen zu gehen.

Regelmäßig setzen wir uns gezielt mit Nachhaltigkeitsstrategien auseinander und hinterfragen die Nachhaltigkeit unserer Initiative. Einige Ergebnisse präsentieren wir Ihnen hier.

  • Nachdenklich: Ist es nachhaltig, wenn Deutsche nachhaltige Entwicklung in Schwellenländern fordern?                                       Gedanken von Finjo Bremeyer (16)

  • Vorbildlich: Unsere Apfelaktion ist sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltig und wurde bereits von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt  ausgezeichnet. Der 16-jährige Leonard Ihßen kommt zu dem Schluss: Bitte nachmachen!

  • Verantwortlich: Abiturient Valentin Ihßen hat unsere Austauschbegegnung 2011 und das Projekt Fruticultura in der Zeitschrift "Erziehungskunst" kritisch hinterfragt.

  • Anschaulich: Im Sommer 2012 besuchten wir mit unseren brasilianischen Freunden verschiedene Naturräume in Deutschland. Wir sind uns einig: Diese Vielfalt müssen wir schützen.

  • Verlässlich: Die Sonne schickt jeden Tag Energie. Der 17-jährige Aaron Sundermeyer erläutert, wie wir Kühlschränke in Porto ressourcensparend mit Strom versorgen und dabei viel Geld sparen wollen.

  • Ausgleichend: Für unsere Eingriffe in die Natur auf unserer Obstplantage Fruticultura und den CO2-Ausstoß im Zuge unserer Flugreisen unterstützen wir das Juruena-Regenwald-Projekt des WWF Deutschland. Mit unserer Spende können im brasilianischen Regenwald weitere 500 ha unberührte Natur unter Schutz gestellt und somit vor der Zerstörung bewahrt werden.