Unsere Geschichte

Die Brasilienklasse 2008
Bau des Jugendhauses 2009
Einen Teil des Geldes verdienten sie selbst - zum Beispiel mit gegrillten Würstchen beim Schulfest

Das fliegende Klassenzimmer

März 2007, eine verrückte Idee: Die Schüler der 10. Klasse wollen gemeinsam nach Brasilien fliegen, Jugendliche unterstützen und etwas dafür tun, dass die Zukunft für junge Brasilianer lebenswerter wird. Es ärgert sie, dass viele Erwachsene glauben, sie hätten nicht die Macht oder das Geld, um etwas zu ändern. Die 16-jährigen Schüler wollen sich mit Ausreden nicht zufrieden geben. Sich an Bilder von Hunger und Armut gewöhnen? So weit soll es nicht kommen.

Entwicklungshilfe statt Klassenfahrt

Statt in der 12. Klasse eine Abschlussfahrt nach Italien oder Griechenland zu unternehmen, wollen sie nach Brasilien reisen und dort gleichaltrige Jugendliche unterstützen. In Porto leiden Schüler nicht an Hunger. Doch ihre Bildungsmöglichkeiten sind schlecht. Nach der Schule gibt es kaum Weiterbildungsmöglichkeiten. Sie arbeiten als billige Hilfskraft oder müssen weit fortziehen. Viele der Sorsumer Schüler hingegen werden nach der 12. Klasse einen guten Realschulabschluss machen oder ein Jahr später ein Abiturzeugnis in den Händen halten. Dann stehen ihnen viele Türen offen.

Zwei Jahre bleiben den Schülern, um Geld für ihre Flüge und ein eigenes Entwicklungsprojekt vor Ort zu sammeln und zu verdienen. Als sie den Rahmenplan geschmiedet haben, wenden sie sich zum ersten Mal an ihre Klassenlehrerin. Die freut sich über die Selbstverwicklichungs-Lust der pubertierenden Jugendlichen. Sie selbst habe Angst in der Flieger zu steigen, aber: „Wenn ihr meint, ich könnt das schaffen, dann macht mal!“ 

Manchmal lernt Schule von ihren Schülern

Vermutlich hat es die Klassenlehrerin nicht für möglich gehalten, dass die Schüler ihr Ziel erreichen. Aber sie hat in ihnen Ehrgeiz entfacht. Sie suchten sich eine Entwicklungsorganisation, fanden Partner in Brasilien, warben über 100.000 Euro ein, bauten ein Jugendhaus in Brasilien und schlossen deutsch-brasilianische Freundschaften. „Brasil09“ - steht für die Projektreise 2009, mit der die Jugendlichen sich selbst und allen anderen bewiesen haben, dass jeder die Welt gestalten kann. 

Inzwischen haben jüngere Schüler die Verantwortung übernommen und verwirklichen eigene Projekte. Fünfmal sind Jugendliche für den Verein nach Brasilien gereist, viermal waren brasilianische Freunde in Deutschland zu Gast. Weil alle Schüler, Ehemalige, Lehrer und Familien einbezogen werden, ist Brasil09 in vielerlei Hinsicht ein Generationenprojekt geworden.