Wer wir sind und wie wir denken

Globale Verantwortung erkennen und annehmen

Brasil09 ist eine Entwicklungspartnerschaft von Jugendlichen aus Deutschland und Brasilien. Wir sind Schüler und Ehemalige der Freien Waldorfschule Sorsum in der Region Hannover und junge Menschen aus der nordostbrasilianischen Kleinstadt Porto-Piauí. Gemeinsam entwickeln wir Projekte, die nach unseren Vorstellungen die Zukunft gerechter gestalten können. Wir visionieren, organisieren, finanzieren und realisieren. Wenn wir etwas nicht können, lassen wir es uns beibringen oder arbeiten nach dem Prinzip "learning by doing".

Nur wer sich selbst entwickelt, kann Entwicklungsarbeit leisten

Am Anfang unserer Projekte steht der Traum, aus eigener Kraft etwas zu verändern. Zum Beispiel Ausbildungsplätze in Porto zu schaffen, damit nicht alle jungen Menschen ihre Heimat verlassen müssen. Wir überlegen uns, welche Chancen die Region bietet und wie wir sie nutzen können. Die einheimischen Jugendlichen haben viele Ideen. Oft fehlt ihnen nur der Mut oder das Startkapital, um sie zu verwirklichen. Damit wir auf Augenhöhe zusammen arbeiten können, lernen wir deutschen Jugendlichen Portugiesisch und die Brasilianer nehmen Englischunterricht. Wir teilen die Aufgaben so auf, dass jeder seine Fähigkeiten einbringen kann. Sowohl in Porto als auch in Sorsum müssen wir lernen, Finanzierungspläne aufzustellen, Buch zu führen, Sponsoren zu werben und Öffentlichkeit herzustellen. So haben wir seit fünf Jahren unsere Cocktailbar Brasilikum, an der wir bei Schulfesten, Theateraufführungen, Stadtfesten und Geburtstagsfeiern fruchtige Getränke verkaufen. Für die konkreten Aufgaben gibt es kein Lehrbuch. Wir müssen unsere eigenen Erfahrungen machen. Das Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe gilt bei uns für alle Projektteilnehmer, egal von welchem Erdteil sie kommen.

Gegen Ungerechtigkeit und für jeden von uns

Um die Zukunft zu gestalten, müssen wir mehr leisten als heute unbedingt nötig ist. Abschlussprüfungen, Mathe-Arbeiten, Theater-AG, Cello-Unterricht, Fußball-Training, Kumpels treffen - eigentlich haben Schüler genug Pflichten und Termine. Doch wer einmal an einer Austauschbegegnung in Brasilien oder Deutschland teilgenommen hat, der ist zu großem Engagement bereit. Der Wunsch, die Freunde aus Porto ganz schnell wieder zu sehen, ist die größte Triebfeder, die wir uns vorstellen können. Das macht den Unterschied zu herkömmlichen Entwicklungsprojekten aus. Wir spenden nicht einfach für irgendwelche Kinder in der Dritten Welt. Wir kennen die Namen, die Geschichten und die Träume unserer Freunde in Brasilien. Und wenn wir sie gemeinsam umsetzen, merken wir, dass wir uns selbst damit mindestens genauso helfen wie ihnen.