Deutsche, brasilianische und australische Jugendliche vor dem Centro da Juventude
Lila und José Luís malen ein Haus und beschriften es mit englischen Worten
Tanzen zu englischen Liedern
Lila und Jeremy führen ihre Schüler auf englisch durch ihr "house". Dabei lernen sie selbst die portugiesischen Begriffe.

Englisch lernen mit australischen Studenten

„Let‘s work together“

Studenten aus Sydney unterrichten Englisch im Centro da Juventude.

Ein Sprachengewirr aus Englisch, Deutsch und Portugiesisch, Jugendliche von drei verschiedenen Kontinenten, die zusammen leben, lachen und arbeiten. Das klingt bunt und verrückt und ist eine Erweiterung von Brasil09: ein neues Projekt mit australischen Studenten, die in Porto gemeinsam mit deutschen und brasilianischen Jugendlichen an einem Englischkurs arbeiten und unterrichten.

Angefangen hat dieses Projekt mit einer Idee von Gwendolyn Black, die seit 2011 in Australien lebt und studiert. Sie wollte Brasil09 auch von der anderen Seite der Welt unterstützen. So haben sich an der Macquarie University in Sydney vier junge Studenten zusammengefunden, die im Sommer 2012 gemeinsam nach Brasilien fliegen und dort Englischunterricht geben wollten. In Porto trafen sie auch zwei Jugendliche aus Deutschland.

Vier Wochen haben wir im Juli 2012 in Porto verbracht. Vormittags und nachmittags haben wir Englischkurse in unserem Jugendzentrum gegeben, eine Stunde für die Jüngeren, eine für die Fortgeschrittenen. Gemeinsam haben wir Lieder gesungen, Rollenspiele erfunden, uns mit englischen Spielen und Gedichten beschäftigt, jegliche Art von Konversation betrieben und sogar einige  englische Sketche eingeübt, die von den brasilianischen Jugendlichen erfolgreich bei einem kulturellen Abend präsentiert wurden.

Für mich, die ich von deutscher Seite aus an diesem Projekt mitgewirkt habe, war es beeindruckend zu sehen, wie gut die Zusammenarbeit von nun drei verschiedenen Kulturen geklappt hat. Kurz vor dem Abflug aus Deutschland habe ich mich noch gefragt, ob die australischen Studenten von unserem Projekt, Porto und der Begegnung mit den brasilianischen Jugendlichen ebenso begeistert sein würden wie wir damals beim ersten Mal. Die Frage erübrigte sich schnell - die Australier haben unser Projekt und unsere Freunde sofort ins Herz geschlossen und wollen Brasil09 auch weiterhin unterstützen.

Für mich war es besonders schön zu sehen, wie das von uns 2009 gemeinsam errichtete Jugendhaus mit Leben und Lerneifer gefüllt wurde und in jeder Hinsicht ein Ort der Begegnung ist. Der Moment, als ich das erste Mal wieder vor unserer „Casa da Juventude“ stand, war für mich sehr berührend. Als ich zum bisher letzten Mal vor drei Jahren dort stand, hatten wir gerade Einweihung und Abschied gefeiert. Jetzt wieder dort zu stehen, vor „unserem“ Haus, ließ mir klar werden, wie viel wir schon geschafft haben.

Die gemeinsam intensiv erlebte Zeit hat uns schnell zu einer festen, globalen Gruppe werden lassen. Beim Abschied lagen sich Brasilianer, Deutsche und Australier in den Armen. Auf einmal wurden die drei verschiedenen Nationen und Sprachen nebensächlich, alle fühlten dasselbe und alle gaben sich das gleiche Versprechen: „Bis zum nächsten Mal“, „See you soon“ und „Até a proxima vez“.

Jorinde Bartels

Zur Autorin: Jorinde Bartels gehörte zu den Jugendlichen, die Brasil09 im Frühjahr 2007 ins Leben riefen. Gemeinsam mit Larissa Holzki flog sie als Botschafterin im Frühjahr 2008 nach Brasilien und stellte den ersten persönlichen Kontakt her. 2012 reiste sie als 21-Jährige zum dritten Mal nach Brasilien.